FAQ

Der Luftkissensport in Deutschland ist über lokale Vereine und einen zentralen Verband (Hovercraftclub von Deutschland e.V.) organisiert. International gibt es einen europäischen Verband (EHF, Europian Hovercraft Federation) und einen Weltverband (WHF World Hovercraft Federation).

 

 

Hier einige Fragen und Antworten zu diesem Sport:

Wie funktioniert ein Hovercraft ?
Durch Erhöhung des Luftdruckes unter dem Fahrzeug wird ein Schweben von ca. 30 cm über dem darunter liegenden Untergrund erreicht. Dies wird durch einen Ventilator (eigener Motor oder ein teilabgeleiteter Luftstrom des Antriebes) erreicht. Im normalen Fahrzustand ist somit kein Bodenkontakt vorhanden.

Wo kann man solche Fahrzeuge anschauen ?
Bei Rennveranstaltungen, (siehe Veranstaltungen), bei einem Verein (siehe unter Vereine) oder bei einem Fahrer. Hierzu kannst Du bei einem der Vereine anrufen und fragen, ob ein Hovercraft in Deiner Nähe steht.

In welcher Größe werden Hovercrafts gebaut ?
Die meisten Crafts für Sporteinsätze sind nur für eine Person, wobei normal zwei Personen transportiert werden können. Aufgrund der kleinen Bauweise sind diese Fahrzeuge jedoch nicht für längere Fahrten geeignet. Es gibt noch spezielle 2 bzw. 4 -Personen Fahrzeuge, die bereits wesentlich bequemer sind. Ansonsten sind speziell im Rettungsbereich (bis 2,5 Meter Breite) noch 10 bis 14 – Personen Crafts unterwegs. Für Fahrzeugtransporte gibt es professionelle Hovercrafts, die für militärische Zwecke oder als Fährschiffe benutzt werden.

Kosten für Hovercrafts ?
Für gebrauchte Hovercrafts werden Preise ab 1500,00 EURO angegeben. Hierbei ist jedoch einiges Wissen im Bereich Kunststoffverarbeitung und Motortechnik erforderlich. Fahrbereite Crafts werden meist um 10.000,00 EURO angeboten. Hovercraftfähren werden mit über 30.000,00 EURO bis in den Millionenbereich gehandelt.

Wie werden Hovercrafts gelenkt / gebremst ?
Aufgrund des fehlenden Bodenkontaktes wird ausschließlich mit dem Luftstrom gelenkt. Durch Gewichtsverlagerung wird Luft auf der Seite abgeblasen, was Kurvenfahrten ermöglicht. Gebremst wird durch ein komplettes Umdrehen des Fahrzeugs und anschließendem „Gas Geben“ zur Erzeugung eines Gegenschubs. Ansonsten fährt es sich wie ein Auto auf Glatteis. (Geschätzt). Eigentlich ist kein Vergleich möglich, ausprobieren ist das beste Rezept.

Umweltverträglichkeit ?
Die verwendeten Motoren sind Benzin- oder Dieselmotoren. Da kein Kontakt zum Untergrund besteht, können keine Bootsmotoren verwendet werden. Es werden hierbei geschlossene Systeme verwendet. Risiken für die Umwelt durch etwaige auslaufende Flüssigkeiten entstehen nicht. Es können auch Katalysatoren verwendet werden. Im Rennsport werden überwiegend 2-Takt Motoren verwendet, da sie das beste Gewicht / Leistungsverhältnis bieten. Das Gelände, über das gefahren wird, zeigt normal keinerlei Beschädigungen, da kein Bodenkontakt entsteht. Durch den erhöhten Luftdruck wird das Wasser sogar mit Sauerstoff angereichert. Generell sind somit lediglich die motorenspezifischen Abgase und eine Lärmbelastung anzugeben.

Fahren auf Binnengewässer (Flüsse / Seen)?
Momentan werden Hovercrafts als Motorbootfahrzeuge eingestuft. Es ist somit der normale Motorbootführerschein „Binnen“ bzw. für das Meer der Motorbootführerschein „See“ notwendig. (Einhaltung der Vorschriften!, Schrittgeschwindigkeit mit Hovercrafts ist fast nicht möglich, Höchstgeschwindigkeit beachten)

Das Fahren auf einem See oder einem Fluss ist mit dem Fahren eines Motorbootes gleichzusetzen. Hierzu wird dieselbe Zulassung verlangt, die auch Motorboote benötigen.

Für das Fahren auf Privatgelände ist das Einverständnis des Eigentümers notwendig. (Eigene Gefahr)

Für eine Teilnahme an Rennveranstaltungen ist eine internationale Fahrerlizenz zwingend vorgeschrieben. Siehe Qualifikation

Welche Geschwindigkeit wird erreicht ?
Formel 1 Crafts werden über 160 Km/h schnell. Normale Durchschnittsgeschwindigkeiten für Rennen sind ca. 80 Km/h. Zum Spazierenfahren ist es deutlich weniger.

Was für Motoren?
Es werden für Rennen 2 – Takt Motoren von 250 ccm bis 1400 ccm verwendet. Zum Spazierenfahren sind 4 – Takt Motoren ab 25 PS üblich. Bei größeren Hovercrafts werden auch Dieselmotoren ab 100 PS angeboten. Generell werden hierzu UL-Motoren, Schneemobilmotoren oder Motorradmotoren verwendet. Motorradmotoren haben den Nachteil, dass umfangreiche Anpassungen notwendig sind, da wir normal ohne Getriebe fahren. Für große Hovercrafts werden auch Automotoren verwendet. Aktuelle Formel 1 Crafts haben ca. 200 PS für den Vortrieb und ca. 35 PS für den Auftrieb.

Schürze?
Zum Halten des Luftdruckes unter dem Hovercraft wird um den Rand eine Schürze angebracht. Dies gewährleistet eine dynamische Abdichtung zum Boden. Es gibt hier 2 Systeme, die beide Ihre Vor- und Nachteile besitzen. Eine Möglichkeit ist ein „Back-Skirt“ System, welches aus einem geschlossenen Schlauch um die Schale beisteht. Weiterhin gibt es ein „Finger-Skirt“, bei dem einzelne Stoffsegmente um den Schalenrand befestigt werden.

Wie schwer ist ein Hovercraft ?
120 Kg bis 200 Kg mit Motor ohne Fahrer für Renncrafts.

Wie sicher sind Hovercrafts ?
Die Hovercrafts für Renneinsätze müssen dem deutschen und internationalen Regelwerk entsprechen. Dies betrifft die Betriebssicherheit, Berührungsschutz, verwendete Materialien und Sicherheitseinrichtungen (z.B. Schwimmfähigkeit). Hierdurch wird eine hohe Sicherheit erreicht.